Coronavirus: In der Shutdown-Falle

Jetzt Zähne zusammenbeißen und durch. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass das was bringt. Im Job, wenn lästige Arbeiten auf dem Tisch liegen, beim Lernen vor einer Prüfung oder wenn der Arzt sagt, dass ein paar Kilos runter müssen.
„Jetzt nicht zu früh aufmachen“, hört man nun. Klar, liegt doch auf der Hand. Jetzt Erfolge nicht verspielen, durchhalten, am Ball blieben. Klingt gut.


Die „Erfolge“ bestehen jetzt aber nur darin, dass die Lage eingefroren ist. Man hat Zeit gewonnen, im besten Fall aus Fehlern gelernt. Siehe das Thema „Beatmung“ gestern. Das Gesamtbild ist aber genau gleich. Sobald man aufmacht, können und werden die Infektionsraten steigen. Die Grenzen bleiben zu, weil sonst der Virus wieder in andere Länder verschleppt wird.
Wenn wir einen Monat länger warten mit einer Öffnung, dann ändert sich daran gar nichts. Rein logisch kann sich nur etwas ändern mit einem Medikament oder einer Impfung. Eine sonstige Immunisierung der Bevölkerung in der Masse findet ja gerade nicht statt.


Es ist ein unlösbares Dilemma, es ist die Shutdown-Falle. Je länger sie dauert, desto mehr Angst hat man vor der Öffnung, davor, nach all den Anstrengungen alles zu verspielen. Dazu kommt noch die Unterschätzung der wirtschaftlichen Folgen, gerade in Deutschland.
Eine Öffnung Stück für Stück, Fehler unvermeidlich, sich nach vorne tastend, scheint mir der einzige Ausweg. Ohne Aktionen, welche die Panik noch mehr schüren, wie ein spektakuläres Verkaufsverbot für Alkohol, um Aggressionen der eingesperrten Menschen zu vermeiden. Das würde die Mentalität des Ausnahmezustands nur noch weiter eingraben.


Meine Vermutung aber: Die Politik ist ratlos, macht auf dicke Hose, aber hat im Grunde Angst. Die Stimmung kann sehr schnell kippen. So oder so werden die Folgen für uns alle dramatisch sein. Es ist eine Krise, die wirkt wie Krieg.

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2 Antworten zu Coronavirus: In der Shutdown-Falle

  1. Markus schreibt:

    Es ist eine Extremsituation die keiner kennt. Ohne Erfahrung tun sich halt viele schwer.

  2. Meine volle Zustimmung! Übrigens: Beste Grüße aus der früheren Wahlheimat! 😉 Michael

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