Neue Sicht auf das Europa nach dem Ersten Weltkrieg

stahlhelm-01-03-2017

Das neue Buch von Robert Gerwarth „Die Besiegten“ lässt einen das Europa nach dem Ersten Weltkrieg mit völlig neuen Augen sehen. Es belegt, dass wir gerade eine Erweiterung unseres westeuropäisch zentrierten historischen Horizonts erleben und viele geschichtliche Erklärungsmodelle durch neu wahrgenommene Fakten widerlegt werden. Eine neue Sicht auf die Geschichte ist aber immer auch ein neuer Zugang zur heutigen politischen Wirklichkeit.

Gerwarth beschreibt Europa nach dem Ersten Weltkrieg als gewalttätigste Region der Welt. Das Schlachten ging weiter, in manchen Regionen sogar noch schlimmer als vorher. Er bringt gruselige Beispiele der Exzesse und der Verrohung und macht damit klar, dass das spätere Aufkommen von Diktaturen seine Wurzeln nicht nur im Krieg, sondern auch in der Nachkriegszeit hat. Seine Analysen sind präzise und überraschend. Am Ende versteht man viel besser, was damals von Finnland bis in die Türkei abgelaufen ist. So mancher Augenöffner findet sich in diesem Buch. Respekt vor der Leistung des Autors.

Wer wenig Zeit hat, der kann sich hier und hier kurz über die Inhalte des Buches informieren. Am besten aber, man liest das Buch und bekommt einen bisher noch nicht vermittelten Eindruck von einem wichtigen Teil der europäischen Geschichte.

Foto: Pixabay

 

 

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