Orientierungslose SPD im Bundestagswahlkampf

reichstag-16-12-2016

Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, soll Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender der SPD werden. Sigmar Gabriel wird Außenminister. Wieder eine ziemliche Volte, welche die SPD da geschlagen hat. Mal so eben der Vorsitzende weg. Das alles ist die Folge einer gewaltigen Orientierungslosigkeit der Partei.

Die Umfragewerte sind schlecht für die SPD. Sie wirkt verzagt. Da setzt man den Mindestlohn um und es wird einem nicht gedankt, sagen die Genossen. Die Krise der SPD geht aber tiefer als die mangelhafte Vermittlung sachpolitischer Erfolge. Die Partei wankt und schwankt im Zeitgeist. Die deutsche Traditionspartei hat keinen festen Boden mehr unter den Füßen.

Früher war die SPD die Partei der Arbeiter, kleinen Angestellten und Beamten. Das war nicht hip, aber sie war eine engagierte Interessenvertretung des „kleinen Mannes“. Dann übernahmen Politingenieure die Macht und richteten die SPD neu aus. Sozial-ökologisch musste sie sein, auch wenn erst einmal eher eine neudeutsche Schickeria ansprach. Man sonnte sich im Zeitgeist und vergaß die Stammwähler. Ja, und den Schröder nicht vergessen, den Genossen der Bosse, wie es immer so schön hieß. Es versteht sich von selbst, dass das die SPD schwer geschädigt hat. Sigmar Gabriel steuerte auch zuerst einen Linkskurs, dann wieder Mitte usw. usw. Denkt man an den alten Grundsatz, dass das Auftreten einer Partei bestimmt, welche Leute sie anzieht und welche Leute sich dort engagieren, dann kann man ermessen, wie die Lage auch intern ist. In Ländern wie Bayern ist die SPD ohnehin nur noch eine Art Sekte, deren Funktionäre sich von der realen Welt abgeschottet ihren ideologischen Hobbys widmen.

Die SPD hat die Orientierung verloren, sie weiß gar nicht mehr, was sie eigentlich sein will und sein soll. Jetzt wieder die Sturzgeburt eines neuen Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten, der wie durch ein Wunder alles in die richtigen Bahnen lenken soll. Nur eines darf es anscheinend nicht geben, wie bei der CDU, nämlich die Konzentration auf die Stammwähler, auf den Ursprung der Partei. Die älteste deutsche Partei darf auch keinen Patriotismus leben und muss, gerade jetzt, beinahe kritiklos die EU hochjubeln, obwohl die Stammwähler dies meist anders sehen. Lieber marschiert man weiter ins politische Nirwana, um nur ja nicht gegen die Zeitgeist-Lobby zu stehen. Kleinmut, statt historischer Verantwortung.

Foto: Pixabay
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