Warum die Nachteile der Globalisierung verschwiegen wurden

globalisierungskritik-30-11-2016

Die Kritik an der Globalisierung steigt. Globalisierungskritische Bewegungen von Links und von Rechts feiern Erfolge. Selbst der künftige US-Präsident Trump gehört offenbar zu den Skeptikern. Jetzt plötzlich ist in den offiziellen Medien öfters auch von den Nachteilen der Globalisierung die Rede. Warum wurde so lange schöngemalt und geschwiegen?

Das Credo der letzten Jahrzehnte lautete immer: Globalisierung ist gut, Freihandel bringt nur Vorteile, offene Grenzen sind Chancen, Abbau von Löhnen und Arbeitnehmerrechten ist wegen der unvermeidlichen internationalen Konkurrenz unabdingbar. Konkurrenz bringt uns alle voran. Je mehr die Handelsbarrieren fallen, desto mehr Arbeitsplätze. Banken sind das Rückgrat der Wirtschaft, sie dürfen sich alles erlauben. Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht, die Politik soll schweigen und konzernfreundliche Gesetze machen. Nichts ist spannender als Wirtschaft, die guten Leute gehen in Konzerne und nicht in die Politik usw. usw. Feststehende Glaubenssätze, unterstützt von einer Heerschar von Wirtschaftswissenschaftlern. So gut wie jeder sagte das Gleiche, immer die gleichen Problemlösungen: Mehr privatisieren, Liberalisierung, Freihandel usw.

Natürlich gab es immer schon Verlierer, immer schon Nachteile. Man musste nur die Augen aufmachen und sah, wie schwierig die Arbeitswelt geworden war, wie wenig man sich mit eigener Hände Arbeit noch aufbauen konnte. Überall auf der Welt, auch in den viel gepriesenen USA, gab es große Verliererzonen. Warum wurde das alles mehr oder minder verschwiegen?

Nun, es gab auch große Profiteure. Die Konzerne und Banken steuerten mit ihren Lobbyisten die öffentliche Wahrnehmung. Unternehmer konnten Druck auf Arbeitnehmer ausüben, alles schön begründet mit dem Sachzwang von oben. Wirtschaftswissenschaftler machten Karriere mit einfachen Rezepten, Unternehmensberater scheffelten Millionen und Milliarden mit diesem Glaubenssatz und konnten damit ihre Leistungen perfekt verkaufen. Ja sogar Pädagogen konnten mit diesem Credo ihre immer schon gehegten Umbaupläne für das Bildungssystem umsetzen: Team-Arbeit, Umbau der Lehrpläne etc. Politiker freuten sich, dass die Schüler und Studenten jetzt nur noch für den späteren Job lernen und durch zu viel Allgemeinwissen nicht auf falsche Gedanken kommen.

Man sieht also, es gab und gibt ein großes Kartell der Profiteure. Das ist der Grund, warum die Kritik an der Globalisierung immer klein gehalten und vertuscht wurde. Jetzt ist dieses Schweige-Kartell gebrochen und plötzlich wird Allen klar: Die Globalisierung ist kein Naturgesetz, sondern von Nutznießern gemacht und herbeigeführt. Nichts weiter.

Foto: Pixabay
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