Shopping in Southern Europe Summer 2020

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Shutdown war grundsätzlich richtig

Eines muss aber auch klar gesagt werden trotz meiner Kritik am ausufernden Shutdown, dem politischen Paternalismus im Stil von Söder und die Tendenz zur Nanny-Gesellschaft: Die Masse der Menschen hatte es im März noch nicht begriffen, man denke an die Bilder vom vollen Viktualienmarkt. Zudem hatten viele grundlegende Regeln von Respekt und Hygiene vergessen. Es brauchte einen „Schock“, eine radikale Maßnahme. Meinem Dafürhalten hätte dafür aber ein 2-3 wöchiger, wirklich harter Lockdown gereicht und dann Verbot von Großveranstaltungen, Mundschutz, Abstand etc. Es besteht aber für mich kein Zweifel: Ohne harte Maßnahmen wäre eine teilweise naive Ego-Gesellschaft wie die unsere nicht umzusteuern gewesen.

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Kritik an Coronamaßnahmen nur Besserwisserei?

Beliebtes Totschlagsargument: Wer jetzt den Shutdown und die Maßnahmen kritisiert, ist nur ein Besserwisser, der nachher eben schlauer ist. Er soll schweigen.
Wer so argumentiert hat von Wissenschaft und Demokratie keine Ahnung.

Wissenschaft beruht darauf, dass man es nachher besser weiß, Kritik übt und vorangegangene Maßnahmen und Vorgehensweisen kritisiert. Ein Physiker, der darauf hinweist, das Maßnahmen aufgrund einer fehlerhaften Theorie falsch waren ist kein nachträglicher Besserwisser, sondern ein echter Wissenschaftler.

Demokratie beinhaltet stets eine Rechtfertigungspflicht vor dem Parlament und vor dem Wähler. Macht muss sich rechtfertigen, muss zur Verantwortung gezogen werden, muss überprüft werden. Verantwortliche müssen falls notwendig zurücktreten. Wer Kritik an der Regierung als Besserwisserei abtut, der legt die Axt an den demokratischen Prozess.

Außerdem stelle man sich das in der Wirtschaft vor. Ein Manager fährt ein Unternehmen an die Wand und dann würde man sagen, Kritik an ihm sei nur nachträgliche Besserwisserei von Leuten, die nicht in der Verantwortung waren. Eine absurde Vorstellung.

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Coronavirus: In der Shutdown-Falle

Jetzt Zähne zusammenbeißen und durch. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass das was bringt. Im Job, wenn lästige Arbeiten auf dem Tisch liegen, beim Lernen vor einer Prüfung oder wenn der Arzt sagt, dass ein paar Kilos runter müssen.
„Jetzt nicht zu früh aufmachen“, hört man nun. Klar, liegt doch auf der Hand. Jetzt Erfolge nicht verspielen, durchhalten, am Ball blieben. Klingt gut.


Die „Erfolge“ bestehen jetzt aber nur darin, dass die Lage eingefroren ist. Man hat Zeit gewonnen, im besten Fall aus Fehlern gelernt. Siehe das Thema „Beatmung“ gestern. Das Gesamtbild ist aber genau gleich. Sobald man aufmacht, können und werden die Infektionsraten steigen. Die Grenzen bleiben zu, weil sonst der Virus wieder in andere Länder verschleppt wird.
Wenn wir einen Monat länger warten mit einer Öffnung, dann ändert sich daran gar nichts. Rein logisch kann sich nur etwas ändern mit einem Medikament oder einer Impfung. Eine sonstige Immunisierung der Bevölkerung in der Masse findet ja gerade nicht statt.


Es ist ein unlösbares Dilemma, es ist die Shutdown-Falle. Je länger sie dauert, desto mehr Angst hat man vor der Öffnung, davor, nach all den Anstrengungen alles zu verspielen. Dazu kommt noch die Unterschätzung der wirtschaftlichen Folgen, gerade in Deutschland.
Eine Öffnung Stück für Stück, Fehler unvermeidlich, sich nach vorne tastend, scheint mir der einzige Ausweg. Ohne Aktionen, welche die Panik noch mehr schüren, wie ein spektakuläres Verkaufsverbot für Alkohol, um Aggressionen der eingesperrten Menschen zu vermeiden. Das würde die Mentalität des Ausnahmezustands nur noch weiter eingraben.


Meine Vermutung aber: Die Politik ist ratlos, macht auf dicke Hose, aber hat im Grunde Angst. Die Stimmung kann sehr schnell kippen. So oder so werden die Folgen für uns alle dramatisch sein. Es ist eine Krise, die wirkt wie Krieg.

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Besuch in Schwerin: Schweriner Schloss

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Ästhetik des Abbruchs

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Der große Krieg im 21.Jahrhundert

„Inhaltlich steht O’Brien für eine Sicht auf die Außen- und Sicherheitspolitik, die der harten Linie seines Vorgängers Bolton gar nicht so unähnlich ist. Er setzt auf amerikanische Stärke, politisch, wirtschaftlich und militärisch. Er sieht die USA als führende Weltmacht, die gegen das Böse in der Welt kämpft. Dabei will er traditionelle Allianzen pflegen und Rivalen wie Russland und China zurückdrängen.“


Genau diese Einstellung, diese Hybris, die in der US-Machtelite weit verbreitet und fest verankert ist, wird nach aller geschichtlicher Erfahrung dazu führen, dass es einen großen Krieg gibt. Ich würde sagen binnen der nächsten 20 Jahre. Er wird brutal sein, weil die USA erfahrungsgemäß immer massiv und maßlos um sich schlagen, wenn sie bedroht sind. Das wird dann der nächste wirklich große historische Einschnitt werden. Die Sieger werden (die) Geschichte schreiben. Je länger der Krieg auf sich warten lässt, desto schlechter für die USA und desto besser für Russland und China. Gerade China profitiert vom Frieden, während die USA zunehmend Kriege brauchen, um sich über die Runden zu retten.

Link zum Zitat

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Tendenzöse Berichte über Hongkong

In einer SPON-Überschrift heute zu Hongkong war vom Militär die Rede, im Artikel nur von Polizei (inzwischen teilweise korrigiert). Der SPIEGEL ist reißerisch bis zur Falschdarstellung. Der SPIEGEL verwechselt die Armee mit besonders ausgestatteten Polizeieinheiten. Die sind es, die aktiviert werden. Peking wird nicht mit dem Militär spektakulär einrücken. Das ist überflüssig.

Das sagte auch heute morgen im Radio ein Sinologie-Prof. von der LMU. Er sagte weiterhin, dass Peking das System im Hongkong so wie es ist erhalten wolle, weil das China am meisten nützt. Xi könne auch nicht mit den Demonstranten einfach so verhandeln, weil er dafür nicht zuständig ist, sondern die eigenständige Hongkonger Regierung. Dort glaubt man, dass Verhandlungen sinnlos seien, weil es keine echte Gesprächsbereitschaft seitens der Demonstranten gibt und nicht einmal autorisierte Ansprechpartner verfügbar sind. Die Demonstranten hätten sich extrem radikalisiert. Die Lage ist bei weitem nicht so klar, wie man in den Mainstream-Medien lesen kann.

Gerade wenn man so einen Experten hört, dann merkt man wieder, welchen Schmarrn man täglich bei SPIEGEL und Konsorten liest. Über China wissen wir so wenig, dass man uns jeden Käse erzählen kann. Habe eine größere Zahl von China.Büchern die letzten Monate gelesen. Anfangs glaubte ich alles, dann stellte ich fest, dass da die Autoren einige wichtige Dinge jeweils falsch dargestellt haben, weil ich wissenschaftliche Werke zum Vergleich herangezogen habe. Inzwischen bin ich sehr vorsichtig geworden, wenn ich in normalen Medien oder populären Büchern was über China lese. „Experten“ und Journalisten kleiden nicht selten ihre Meinung zu Vorgängen in China in ein Tatsachenkostüm, weil sie davon ausgehen, dass das hier ohnehin niemand nachprüfen kann.

Hier der Link zum Radio-Interview mit dem Professor: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/prof-hans-van-ess-lehrstuhl-fuer-sinologie-lmu-hongkong-100.html

Zum Ursprungsartikel auf SPON: https://www.spiegel.de/politik/ausland/china-schickt-schaerfste-warnung-an-hongkongs-demonstranten-a-1282180.html

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Gedenken an die Helden des 20.Juli

Heute am 20.Juli gedenke ich wie jedes Jahr unseren deutschen Helden, die den Schlag gegen ein Regime führten, das Reich und Ehre der Deutschen durch einen millionenfachen Mord und einen Mordbrenner-Krieg verwirkte.

Stauffenberg musste sich oft anhören „Das bringt doch nichts!“. Manchmal spielt aber die Effizienz keine Rolle, es geht darum, dass die Tat gewagt wird, wohlgemerkt gegen den damaligen Mainstream, gegen die herrschende Meinung und Öffentlichkeit und höchstwahrscheinlich zum damaligen Zeitpunkt auch gegen den Mehrheitswillen der Deutschen. Stauffenberg hat sich durch die Bedenkenträger nicht stoppen lassen. Wir können ihm dafür dankbar sein.

Stauffenbergs Schwur bleibt ein Vermächtnis, das bis heute umstritten ist. Ja, dieser Mann passt nicht in die Zeit. Das spricht aber nicht gegen den Mann, sondern gegen die Zeit.

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Sozialdemokraten gewinnen in Dänemark

Die Sozialdemokraten in Dänemark gewinnen die Wahl und werden stärkste Partei mit 26 Prozent. Sie werden die Regierung übernehmen. Die Rechtspopulisten stürzen von 21 Prozent auf 9 Prozent ab.

Die dänischen Sozialdemokraten kombinieren einen dezidiert linken Kurs mit Härte bei der Migration. Eine Kombination, die offenbar attraktiv ist. Die Wahl zeigt, dass in Europa noch alles in Bewegung ist und die Sieger der politischen Umbrüche längst noch nicht feststehen.

Theoretisch könnten die dänischen Sozialdemokraten auch ein Vorbild für die SPD sein. Praktisch kann ich mir das bei dieser Partei aber nicht vorstellen. Wagenknecht hat sowas im linken Lager versucht, wurde aber in einer konzertierten Aktion politisch totgemacht. Die deutschen Verhältnisse eben.

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