Was wir vom Märtyrer Pater Maximilian Kolbe lernen können

KurzKommentar

Heute ist der Gedenktag von Pater Maximilian Kolbe. Er opferte sich in Ausschwitz für einen Mithäftling und wurde an dessen Stelle ermordet. Der KZ-Häftling Kolbe war dort auch als Seelsorger tätig. Was mich an ihm beeindruckt: Er erfand keine Ausreden, als die Zeit zum Zeugnis kam. Mit ihm verloren die Häftlinge ihren Seelsorger. Er hat sich aber nicht darauf hinausgeredet, dass er als Seelsorger gebraucht wird oder dass die Sakramente verwaltet werden müssten und deshalb müsse man Kompromisse schließen. Ein Argument, das man von der Amtskirche immer gerne hört. Nein, er war kompromisslos bis in den Tod. Dieses Zeugnis ist wahrhafte Nachfolge Christi und deshalb muss man sich dann keine Sorgen machen, wie danach Seelsorge funktioniert. Gott selbst tut dann das Seinige.

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Deutsche Autoindustrie vor dem Abstieg?

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Der größte Feind der deutschen Autoindustrie ist nicht Tesla, sondern die eigene Arroganz und Selbstüberschätzung. Hamwa alles, könnwa alles, brauchma nicht. Die größten Ingenieure aller Zeiten stechen doch die paar Amis und Asiaten locker aus. Wir sind groß und stark und etabliert. Na ja, auch die Dinosaurier waren das. Besonders befestigt wird dieses spezielle Binnenklima durch den festen Glauben der Deutschen an ihre letzte weltweit führende Industrie. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit Anfang der 1990er, als mir niemand glauben wollte, dass die D-Mark verschwinden wird. In der Selbstgewissheit und Siegessicherheit erinnern mich VW, Daimler etc. an die Deutsche Bundesbank Ende der 1980er und ihre selbstgewissen Erklärungen vom Thron der etablierten Währungshüter aus. Jetzt sind sie nur noch Filiale. Es wäre besser, alle wären bescheidener und wachsamer. Die Welt verändert sich rasend schnell, es gibt viele neue und sehr mächtige Mitspieler. Diese zu unterschätzen wäre fatal.

Foto: Pixabay
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Der langsame Tod der Meinungsfreiheit

KurzKommentar

Wenn niemand beschimpft wird und keine Gewalt angedroht wird, dann muss es möglich sein, seine Meinung frei zu äußern, ohne entlassen zu werden oder von irgendwelchen Gralshütern des gesellschaftlich verbindlichen Glaubens stigmatisiert und verfolgt zu werden. Der Wert der Meinungsfreiheit erweist sich nicht im allseits bekannten Nachgeplapper der herrschenden Meinung, sondern gerade im Verstoß dagegen. Ansonsten herrschte ja auch in einer Diktatur Meinungsfreiheit, denn dort darf man ja jederzeit auch die Taten des Diktators loben. In der westlichen Welt verschieben sich gerade massiv die Wertmaßstäbe. Ohne Meinungsfreiheit stirbt die Demokratie, langsam aber sicher.

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Raketenantriebe: Deutschland nur in der Rolle des technologischen Zulieferers

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Auf den ersten Blick eine gute Nachricht in der WELT : Bayern-Chemie ist weltweit führend bei Raketenantrieben, genauer Staustrahlantrieben. Die Botschaft: Deutschland kann auch Hochtechnologie. Deutschland? Beim zweiten Blick, sieht das anders aus. Bayern-Chemie gehört MBDA mit Sitz in Paris. Anteilseigner von MBDA sind Airbus (de facto Toulouse), BAE (Briten) und Leonardo (Italien). Deutsche Hochtechnologie ist fest in „europäischer Hand“, wobei sich hier wieder Frankreich geschickt de facto eine Führungsrolle sichert. Darum heißt es ja im Artikel, die Bayern-Chemie will ihre „Kompetenz einbringen“. Ja, mehr aber auch nicht.

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Kinder hungern in Griechenland, Elend immer schlimmer

KurzKommentar

Diese Sendung habe ich heute Mittag zufällig gesehen. Der Hammer. Immer mehr Menschen hungern in Griechenland, Kinder kippen im Unterricht um wegen Unterernährung. Medikamente sind ein Luxusgut geworden, das sich viele Menschen nicht mehr leisten können. Fast ein Drittel der Jugendlichen arbeitslos. Elend und Obdachlosigkeit breiten sich immer mehr aus. Es war einfach nur krass, wie z.B. Menschen in der Stadt Patras im Müll nach Lebensmitteln wühlen und Mütter den Zeitpunkt gekommen sehen, sich umzubringen. Ich fasse es immer noch nicht, Die Lage in Griechenland wird immer schlimmer. Eine Schande, dass so etwas in Europa möglich ist. Die Ideologen und Bankenretter in Brüssel und den EU-Hauptstädten tragen dafür massive Mitverantwortung. Jetzt sind sie hilflos und schauen zu. Wahre Superstaatsmänner. Eine Laienspielschar.

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Politische Mauschelnetzwerke: Wir brauchen ein „mani pulite“ in Deutschland

KurzKommentar

Niedersachsens Ministerpräsident Weil legt seine Regierungserklärung VW vor und der Konzern schreibt die Erklärung zu seinen Gunsten um. Wenn diese Medienmeldungen stimmten, dann bestätigen sich die schlimmsten Vermutungen über von Konzernen gesteuerte Politiker. Wo Rauch ist, da ist Feuer und es geht nicht nur um die Verflechtungen zwischen Autoindustrie und Politik. Es wäre endlich Zeit, diese ganzen Mauschelnetzwerke in Deutschland aufzudecken. Es wäre Zeit für ein deutsches „mani pulite“, 25 Jahre, nachdem in Italien alles ans Licht gebracht wurde.

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Politische Legenden: Was man vor 25 Jahren noch wusste

FAZ 10.04.1992

Was man vor 25 Jahren noch wusste: Helmut Kohl war kein echter Verfechter der Wiedervereinigung, deren Vertreter verbreiteten nur „blühenden Unsinn“, das Ziel der Wiedervereinigung sollte auf dem CDU-Parteitag 1988 aus dem Programm gestrichen werden, Heiner Geißler war hier führend, die Wiedervereinigungs-feindliche Rede der innerdeutschen Ministerin Wilms, FDP ließ die Einheit auch schleifen unter dem Drumherumredner Genscher, von SPD und Grünen ganz zu schweigen etc. Kaum jemand wettete damals einen Pfennig auf die Wiedervereinigung. Alte Zeitungsartikel offenbaren, welche Legenden da über die Jahrzehnte gestrickt wurden.

Kohl stand mit seiner Ignoranz nicht alleine, der damalige Mainstream machte sich lustig über die Wiedervereinigung. Das galt als total von gestern sowas zu wollen. Dann wurden sie 1989/90 von der Geschichte überrollt und mussten reagieren, wollten sie nicht untergehen und selbst da immer noch mit angezogener Handbremse und der Vereitelung jeder echten Veränderung. Als Kohl erkannte, dass ihm weitere Ignoranz den Wahlsieg 1990 kostet, da kam er aus strategischen Gründen in die Gänge und machte nur das Mindestmaß. US-Präsident Bush sen. war eigentlich der einzige führende Politiker, der das ganz locker sah, auch schon weit vor dem Mauerfall, als in den USA schon heftig über eine mögliche Wiedervereinigung diskutiert wurde, während die politische Klasse in Deutschland sich davon verabschiedete. Kohl war übrigens auch anfangs für die Streichung der Wiedervereinigung aus dem CDU-Parteiprogramm. Geißler war stark verärgert, als Kohl sich plötzlich indirekt von der Beschlussvorlage absetzte.

Selbst der Springer-Verlag machte kurz vor dem Mauerfall seinen Frieden mit der DDR, Stichwort Anführungszeichen weg, bejubelt von den anderen Medien. Die ganze herrschende Klasse hat sich damals komplett getäuscht. Für mich eine prägende Erfahrung. Manchmal ist es gut, in mein Archiv zu schauen, um den Kopf klar zu kriegen. Was heute umläuft sind oftmals gezielt gestrickte Legenden.

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