Tendenzöse Berichte über Hongkong

In einer SPON-Überschrift heute zu Hongkong war vom Militär die Rede, im Artikel nur von Polizei (inzwischen teilweise korrigiert). Der SPIEGEL ist reißerisch bis zur Falschdarstellung. Der SPIEGEL verwechselt die Armee mit besonders ausgestatteten Polizeieinheiten. Die sind es, die aktiviert werden. Peking wird nicht mit dem Militär spektakulär einrücken. Das ist überflüssig.

Das sagte auch heute morgen im Radio ein Sinologie-Prof. von der LMU. Er sagte weiterhin, dass Peking das System im Hongkong so wie es ist erhalten wolle, weil das China am meisten nützt. Xi könne auch nicht mit den Demonstranten einfach so verhandeln, weil er dafür nicht zuständig ist, sondern die eigenständige Hongkonger Regierung. Dort glaubt man, dass Verhandlungen sinnlos seien, weil es keine echte Gesprächsbereitschaft seitens der Demonstranten gibt und nicht einmal autorisierte Ansprechpartner verfügbar sind. Die Demonstranten hätten sich extrem radikalisiert. Die Lage ist bei weitem nicht so klar, wie man in den Mainstream-Medien lesen kann.

Gerade wenn man so einen Experten hört, dann merkt man wieder, welchen Schmarrn man täglich bei SPIEGEL und Konsorten liest. Über China wissen wir so wenig, dass man uns jeden Käse erzählen kann. Habe eine größere Zahl von China.Büchern die letzten Monate gelesen. Anfangs glaubte ich alles, dann stellte ich fest, dass da die Autoren einige wichtige Dinge jeweils falsch dargestellt haben, weil ich wissenschaftliche Werke zum Vergleich herangezogen habe. Inzwischen bin ich sehr vorsichtig geworden, wenn ich in normalen Medien oder populären Büchern was über China lese. „Experten“ und Journalisten kleiden nicht selten ihre Meinung zu Vorgängen in China in ein Tatsachenkostüm, weil sie davon ausgehen, dass das hier ohnehin niemand nachprüfen kann.

Hier der Link zum Radio-Interview mit dem Professor: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/prof-hans-van-ess-lehrstuhl-fuer-sinologie-lmu-hongkong-100.html

Zum Ursprungsartikel auf SPON: https://www.spiegel.de/politik/ausland/china-schickt-schaerfste-warnung-an-hongkongs-demonstranten-a-1282180.html

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Gedenken an die Helden des 20.Juli

Heute am 20.Juli gedenke ich wie jedes Jahr unseren deutschen Helden, die den Schlag gegen ein Regime führten, das Reich und Ehre der Deutschen durch einen millionenfachen Mord und einen Mordbrenner-Krieg verwirkte.

Stauffenberg musste sich oft anhören „Das bringt doch nichts!“. Manchmal spielt aber die Effizienz keine Rolle, es geht darum, dass die Tat gewagt wird, wohlgemerkt gegen den damaligen Mainstream, gegen die herrschende Meinung und Öffentlichkeit und höchstwahrscheinlich zum damaligen Zeitpunkt auch gegen den Mehrheitswillen der Deutschen. Stauffenberg hat sich durch die Bedenkenträger nicht stoppen lassen. Wir können ihm dafür dankbar sein.

Stauffenbergs Schwur bleibt ein Vermächtnis, das bis heute umstritten ist. Ja, dieser Mann passt nicht in die Zeit. Das spricht aber nicht gegen den Mann, sondern gegen die Zeit.

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Sozialdemokraten gewinnen in Dänemark

Die Sozialdemokraten in Dänemark gewinnen die Wahl und werden stärkste Partei mit 26 Prozent. Sie werden die Regierung übernehmen. Die Rechtspopulisten stürzen von 21 Prozent auf 9 Prozent ab.

Die dänischen Sozialdemokraten kombinieren einen dezidiert linken Kurs mit Härte bei der Migration. Eine Kombination, die offenbar attraktiv ist. Die Wahl zeigt, dass in Europa noch alles in Bewegung ist und die Sieger der politischen Umbrüche längst noch nicht feststehen.

Theoretisch könnten die dänischen Sozialdemokraten auch ein Vorbild für die SPD sein. Praktisch kann ich mir das bei dieser Partei aber nicht vorstellen. Wagenknecht hat sowas im linken Lager versucht, wurde aber in einer konzertierten Aktion politisch totgemacht. Die deutschen Verhältnisse eben.

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Beruhigendes Grün im Nepal Himalaya Pavillon Wiesent

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Brexit: Jetzt macht Merkel die EU kaputt

Hat Merkel schon in Deutschland genug Schaden angerichtet, vom Kontrollverlust bei der Einwanderung bis zum Verschlafen moderner Entwicklungen wie der Künstlichen Intelligenz, so wird sie nun auch zum Verhängnis für die EU. Merkels Handlanger Tusk schlägt Großbritannien einen langen Aufschub des Brexit vor. Ganz im Sinne von Merkel, der es wieder einmal völlig kurzsichtig darum geht JETZT Ruhe zu haben. Die Briten würden dann an der Europawahl teilnehmen und bekämen dadurch unendliches Erpressungspotenzial in die Hand, von der Wahl des Kommissionspräsidenten bis zum EU-Haushalt. Die Krise wird „dank“ Merkel auf die EU übergreifen.

Es gibt die alte Debatte, ob Menschen Geschichte schreiben oder nur Sozialstrukturen. Merkel ist wieder ein gutes Bespiel wie die falsche Person am falschen Platz enormen Schaden anrichten kann. Europa wird das alles überleben. Geht die EU kaputt, dann kommt eben was Neues. Irgendwann wird Europa sich behaupten und wieder das Heft in die eigene Hand nehmen.

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Why European Integration Is Flatlining

Undeniably European integration experiences a moment of stagnation. Public media are additionally outdoing one another with negative predictions concerning European future while neglecting that people in Europe actually have a positive stance towards EU according to surveys. These surveys however doesn’t fit in with the negative story told about Europe by a lot of media. Negative messages sell.

Beyond that we see a confused and disoriented Germany lead by Angela Merkel in the evening sun of her governance. In fact she is only focused on lulling German public and strengthening German complacency. Merkel strictly ignored all proposals submitted by French president Emmanuel Macron. Her intransigency is all the more irritating, as she is supporting European unification in soap-box oratories.

Germany has meanwhile grown to a real stumbling block to any European progress. Depressing Merkel era is becoming a danger for the future of Europe. No matter what is happening, German politics is stepping on the brakes. It’s a disaster. We have to live with it in the years to come. Let’s hope that history opens timely a new chapter. Only a united Europe is able to assert oneself in 21. century.

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Wider die Arroganz!

Mein „Rant“, meine „Wutrede“ gegen die Arroganz. Arroganz ist das Gegenteil von echter Bildung und philosophischem Verständnis.
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Bald Strafzinsen aufs Bargeld?

Negative Zinsen fürs Konto, Strafzinsen für Bargeld. In der kommenden Krise will man den Konsum um jeden Preis anheizen, um noch ein paar Jahre zu gewinnen. Zum Wohle der Mächtigen macht man die Bürger erst richtig arm, bevor der endgültige Kollaps kommt. Ohne Reserven stehen die Normalos dann da. Ein perfider Plan, nur zum Wohle der da oben. Die IWF-Experten in Washington leiten mit dem Vorschlag, Negativzinsen für das Geld auf dem Konto, genauso für das Bargeld anzuwenden eine schlimme Entwicklung ein (zur Meldung hier).

Hans-Werner Sinn, der bekannte Ökonom, schießt sich voll auf den Vorschlag zu Strafzinsen fürs Bargeld ein (siehe hier) und fordert einen Euro-Austritt, falls die EZB das macht. Klare Kante, die jetzt nötig ist. Allerdings müsste man vorher erst aus der EU austreten, dessen muss man sich klar sein.
Wer glaubt, das kommt nicht: Katrin Assenmacher-Wesche, Abteilungsleiterin Geldpolitik bei der EZB, bringt solche Strafzinsen auch schon ins Spiel. Die Idee ist angekommen.

Wenn jetzt aber wieder Leute gegen das „Merkel-System“ schreien, dann sollte denen klar sein: Die Idee kommt nicht von Merkel, übrigens auch nicht vom Islam, sondern aus Washington. Man sollte sich nicht auf die falschen Gegner einschießen, sondern sehr klar analysieren, wer uns allen, allen in Europa, an die letzten Groschen will. Es geht jetzt um ein ganz großen Ding, das hier abgezogen werden soll.

Thomas Straubhaar beleuchtet hier die Sache noch aus anderen Perspektiven.

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Winter auf dem Bauernhof

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Was braucht Europa? Atheismus oder Katholizismus?

Mein „Liebling“ David Berger hat da mal wieder einen Vortrag gehalten (siehe hier). Ich will darauf einfühlsam reagieren: Ja, Europa braucht eine Stärkung des Christentums. Ich bin selber Katholik und habe daher nichts dagegen, wenn das in die katholische Richtung geht. Ja, der Atheismus ist keine Option, um unsere Identität zu wahren, weil er nur ein Vakuum schafft. Der Atheismus wird nicht das 21.Jahrhundert bestimmen. Wer das glaubt, reitet ein totes Pferd. Jetzt tobt sich der Atheismus gerade aus, vor allem in den Biowissenschaften. Ein Paradigmenwechsel wird aber kommen und mehr Bescheidenheit in der Naturwissenschaft.

ALLERDINGS: Der gute Herr Berger sollte sich einmal anschauen, in welche Gesellschaft er sich begibt. Die AfD ist eine Partei, deren Kultur vom Atheismus und vom Biologismus dominiert wird. Im Anti-Islam-Kampf wendet man sich gerne gegen jede Religion. Bestenfalls gibt es dort ein Kultur-Christentum und ich denke, so etwas oberflächlich-sentimentales kann doch der Scholastiker Berger nicht meinen, gerade wenn er sich mit dem knallharten Traditions-Katholizismus identifiziert. Zudem ist es für mich unerfindlich, wie er einen Katholizismus gegen die kirchliche Obrigkeit fördern will, die ihm zu liberal ist. Die Hierarchie ist ein katholischer Grundzug, den man sich nicht wegbasteln kann. Ich verstehe den Ärger Bergers über viele Bischöfe und Gremien, aber so wird das nicht funktionieren, weil die praktizierenden Kirchenkatholiken, nicht die Blogger, sich nicht einfach gegen die Hierarchie in Stellung bringen lassen.

Bergers Vortrag ist also eher ein Ausdruck der großen ideologischen Verwirrung und Ratlosigkeit in der rechten und konservativen Szene und keine Auflösung derselben. Es ist zu viel in sich widersprüchlich, was da verbreitet wird. Noch gar nicht mitbedacht sind Themen wie die Vereinbarkeit von Nächstenliebe und Migrationskritik. Ein schwieriges Feld, das nicht leicht zu beackern ist. Interessant ist auch der evangelikale Siegeszug z.B. in Brasilien. Rund ein Drittel sind dort schon Evangelikale. Der Katholizismus geht zurück. Meiner Ansicht nach hat das mit deren Radikalität zu tun, aber vor allem auch damit, dass es bei den Evangelikalen keine solch starre Hierarchie gibt wie in der katholischen Kirche. Jeder kann mitmachen, auch an führender Stelle, niemand kann etwas verbieten. Das schafft eine große Dynamik – wie im Islam.

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